Einkaufsbummel…

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…Einkaufsbummel…
So nennt SIE das wohl, wenn sie ihren Gatten zu einer mehrstündigen Einkaufsorgie animieren will, während der jedes „Fähnchen“, alle denkbaren Artikel gedreht, gewendet und anprobiert werden, um dann zumeist wieder in der Ablage zu landen. Das fordert dem Begleiter unmäßige Geduld ab und ein sanftes Wesen ist in dieser Situation auch nicht wenig gefragt. Bei mir gestaltet sich das etwas anders. Produkt im geistigen Visier, direkt angesteuert und eingesackt! Die einzige Muße, die während eines solchen Unterfangens für mich denkbar wäre, ist ein Kaffeehausbesuch.
Na ja, da sitze ich nun, in einem Cafe inmitten des Einkaufcenters, das ich in der Regel zu diesem Zweck aufsuche. Die Crew kennt mich, das heißt, ich muss nicht bestellen und die Zeitung wird mir unaufgefordert an den Tisch gebracht. Das Geld, passend inklusive Bonus, lege ich an die Tischkante, von wo es die Bedienung diskret einstreicht, wenn sie meinen Milchkaffee bringt. Ein Teil des Cafe’s ist auf die Empore verlagert, so dass der Besucherverkehr an zwei Seiten vorbeiströmt. Wen ich nicht gerade mit der Zeitung oder twittern beschäftigt bin, schlürfe ich meinen Milchkaffee und beobachte die um mich herumwimmelnden Leute. Junge Mädchen, die mit einem Haufen Teilen über der Schulter in einer der Umkleidekabinen des New Yorker verschwinden, ab und zu schrillt dort die Sicherung am Eingang und kleine Leed’s leuchten auf. Hochrote Gesichter und sich überschlagenes Geschnatter ist dann von dort zu vernehmen. Im Taschenladen begutachtet eine Frau akribisch alle Fächer eines Ledermonsters und vom Thai- Restaurant wehen fremdländische Gerüche herüber. Zwei Teenygirls hüpfen aus dem Handystore, pflanzen sich auf ein paar freie Plätze im Caferondell, bis der Kellner sie höflich unter deren lautstarken Protest aus dem Gastbereich komplementiert, sie hatten wohl nicht vor etwas zu bestellen. Im Friseursalon sitzen Girls, Frauen und Damen jeden Couleurs mit Stanniolfolien auf dem Kopf, nippen an Kaffetassen oder Sektgläsern oder dösen vor sich hin. Mein Smartphon zwitschert, ich schau auf das Display und grinse in mich hinein. Der Kaffee ist alle und es ist Zeit nach Hause zu fahren.
Also das nenne ich Bummeln, stressfrei und ohne Druck. Die Bedienung tippt sich an die Stirn, grüßt von weitem als ich aufstehe und gehe. Ich grüße auf gleiche Art zurück, bis zum nächsten Mal…

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