Kunst…

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Was ist das? Früher hatte mich diese Frage fast innerlich zerrissen, ich bin in Museen gegangen, hab Galerien regelrecht abgegrast, Kunstgalerien wie gesagt, und hab versucht mir diese Frage zu beantworten. Was ich dort fand, war in meinen Augen zu 80 % Mist, ich war der Meinung ich könnte vieles besser.

Jahrelang verbrauchte ich Kiloweise Farbe und verarbeitete unzählige Materialien zu meiner Kunst. Leinwände, Karton, Spanplatten, Sperrholz, naturgewachsenes Holz, Quarze, Lehm, Ton… Öl-Aquarell-Tempera-Alkydharzlacke-Latex und Selbstgemischtes aus Pigmenten, Leim, Kreide. Schelllack…und es war phänomenal, was ich schaffte, “besser“ als vieles, aus meiner Sicht.
Etliche Zimmer von Leuten aus meinem Bekanntenkreis und der Familie waren geschmückt mit meinen “Meisterwerken“, doch all das machte mich nicht zufrieden. Ich haderte mit der ignoranten Welt, war neidisch auf die, die es aus mir unbegreiflichen Gründen geschafft hatten!

Viel später arbeitete ich für einen Berliner Kunstexperten, der für namhafte Auktionshäuser und Privatklienten in aller Welt Expertisen erstellte (ich tapezierte seine Wohnung) und es entwickelte sich zwischen ihm und mir ein gutes Einvernehmen. Jetzt, als es mir egal war, was die “Welt“ als Kunst ansah, definierte er für mich das große Rätsel meiner Jugend auf seine Weise. Verantwortlich für den Status ist weniger die Leistung des Schaffenden, als das seit dem Mittelalter bis heut verbreitete Mäzenentum. Nur wer einen Gönner fand, konnte seine Werke in die Hallen der Reichen hängen. Das ist heute nicht anders, in schöner Tradition werden “Kunstwerke” limitiert und “gesponsert“. Das alles wird genau wie jede andere Handelsware über die Nachfrage reguliert. Heute weiß ich, es geht nicht um das “besser machen“, Kunst ist nicht das, was irgendwer mühevoll oder durch Talent begünstigt schafft, sondern das, was andere dafür halten.

Für mich spielt das wie gesagt keine Rolle mehr, ab und zu kritzel ich im Minutenaufwand noch irgendetwas, irgendwo hin, als Denkanstoß oder Belustigung. Das alles hat aber keinen Anspruch mehr, weder an Aufwand noch an Kunstfertigkeit.
Nur ab und zu, ganz selten juckt es mir noch in den Fingern, nicht um Künstler zu sein, um darzustellen.

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